Weltweite GBTA-Umfrage: Geschäftsreiseexperten blicken optimistisch auf das Jahr 2026
Laut einer neuen Branchenumfrage der Global Business Travel Association (GBTA) in 40 Ländern fällt der Ausblick auf 2026 vorsichtig optimistisch aus. Budgets, Reisesicherheit und mögliche Verschärfungen der US-Einreiseregeln werden das kommende Jahr prägen.

Demnach erwarten die Unternehmen, dass ihre Geschäftsreisebudgets stabil bleiben oder steigen, und rechnen auch mit einem moderaten Anstieg des Reisevolumens. Die Kostenkontrolle bei gleichzeitiger Reisezufriedenheit bleibt eine zentrale Herausforderung, während neue Einreisebestimmungen die internationale Mobilität und die Reisebereitschaft der Mitarbeiter beeinträchtigen könnten.
„Die Ergebnisse zeigen eine Branche, die von einer stärkeren Nachfrage und positiven Finanzindikatoren profitiert, aber potenziell durch externe Faktoren eingeschränkt wird, die Geschäftsreisen im kommenden Jahr verändern könnten“, erklärt Suzanne Neufang, CEO der GBTA: „Geschäftsreisen sind entscheidend für das Wachstum, die Innovation und die Vernetzung globaler Unternehmen und Volkswirtschaften. Wir müssen sicherstellen, dass sie zugänglich, sicher und reibungslos bleiben – und dass jede Reise zählt.“
Sorgen um Geschäftsreisen in die USA
Die US-Regierung plant strengere ESTA-Anforderungen für Reisende aus 42 Ländern, die derzeit visumfrei in die USA einreisen. Dazu gehören unter anderem die obligatorische Offenlegung langfristiger Informationen zu den Social-Media-Aktivitäten, biometrische Selfies und ein ausschließlich über eine mobile App abwickelbares Verfahren. Die GBTA-Umfrage zeigt hier, wie sensibel die Branche reagiert.
Unter den Befragten, deren Organisation häufig Mitarbeiter in die USA entsendet, gaben 78% an, "sehr" (42%) oder "etwas" (36%) besorgt zu sein. Auswirkungen auf die Reisebereitschaft der Mitarbeiter (61%) stehen dabei im Mittelpunkt - und hier vor allem der Datenschutz. So geben gleich 67% der europäischen Reiseexperten an, dass ihre Mitarbeiter lieber nicht in die USA reisen würden, als solche persönlichen Informationen preiszugeben.
Auch die Herausforderungen bei der Ausrichtung von Meetings in den USA (53%) sind ein Thema: Als Folge der vorgeschlagenen ESTA-Bestimmungen geben viele Befragte an, dass ihre Unternehmen eher dazu neigen werden, mehr Meetings außerhalb der USA abzuhalten (43%), kurzfristige Geschäftsreisen in die USA zu reduzieren (29%), langfristig Reisen in die USA zu reduzieren (25%) und ihre Reiserichtlinien zu ändern, um Reisen in die USA einzuschränken (19%).
Weitere Ergebnisse der GBTA-Umfrage
- 59% der befragten Branchenexperten – und zwar einheitlich über Einkäufer, Lieferanten, Reisebüros und Regionen hinweg – geben an, für das laufende Jahr optimistisch in die Zukunft der Branche zu blicken. Bei der letzten GBTA-Umfrage vom November 2024, als es um den Ausblick auf 2025 ging, waren es allerdings noch 71%.
- 84% der Travel Manager erwarten, dass die Geschäftsreiseausgaben ihres Unternehmens im Jahr 2026 steigen (44%) oder auf dem Niveau von 2025 bleiben (40%). Bei denjenigen, die mit einem Anstieg rechnen, liegt die durchschnittliche erwartete Steigerung bei 12%. Lediglich 13% erwarten einen Rückgang.
- 35% der Travel Manager erwarten, dass die Zahl der Geschäftsreisen ihres Unternehmens im Jahr 2026 steigen wird, während 47% davon ausgehen, dass das Niveau gegenüber 2025 gleich bleibt. Bei den Einkäufern, die mit einem Anstieg des Reiseaufkommens rechnen, liegt die durchschnittliche erwartete Steigerung bei 14%.
- 42% der Travel Manager erwarten, dass die Zahl der Geschäftsreisenden in ihrem Unternehmen im Jahr 2026 steigen wird, wobei zwei Drittel mit einem Anstieg von mehr als 10% rechnen. 38% gehen von einer gleich bleibenden Zahl aus, während 18% mit einem Rückgang rechnen.
- 47% der Reisebüros und Zulieferer rechnen mit Umsatzsteigerungen im Jahr 2026 und gehen dabei von einem durchschnittlichen Anstieg von 15% aus. Nur 39% erwarten keine Steigerung und 14% einen Rückgang.
- 75% der Travel Manager erwarten für 2026 entweder einen Anstieg ihres Budgets (30%) oder zumindest eine Beibehaltung gegenüber dem vergangenen Jahr (45%). Lediglich 18% gehen von einem Rückgang ihres operativen Budgets für 2026 aus.
- Generell legen die Travel Manager größten Wert auf die Bezahlbarkeit der Geschäftsreisen (70%) - gefolgt von unkomplizierten Einreisegenehmigungen und Visa-Erteilungen (65%) sowie der Sicherheit der Mitarbeiter (56%). Als größte operative Herausforderungen nennen sie fehlende Inhalte im Buchungstool (46%), Schwierigkeiten beim Umgang mit KI (46%) und Datenlecks (39%). (red)



